Werkschau: Eine Frage der Perspektive

Werkschau: Eine Frage der Perspektive

Mit seinen Ideen von einer am Prozess orientierten Kunst war Franz Erhard Walther seiner Zeit voraus. Das Haus der Kunst zeigt Arbeiten des 80-Jährigen.

Mit seinen Ideen von einer immateriellen und am Prozess orientierten Kunst war Franz Erhard Walther seiner Zeit lange voraus. Erst in den letzten Jahren hat der 1939 in Jena geborene Maler, Bildhauer und Konzeptkünstler breitere Anerkennung gefunden, wie es die Verleihung des Goldenen Löwen auf der Biennale von Venedig 2017 bezeugt. Da hatte Walther bereits ein mehr als 50 Jahre umfassendes Oevre geschaffen, das zum einen auf Interaktion setzt, also den Betrachter mit in den Entstehungsprozess einbezieht. Zum anderen arbeitet er bevorzugt mit textilen Materialien oder malt mit Kaffee, Pflanzenöl oder Sojasoße auf Papier.

Die museale Präsentation „fertiger“ Kunstwerke sah der heute 80-Jährige immer kritisch. Dennoch zeigt das Haus der Kunst nun unter dem Titel „Shifting Perspectives“ eine Retrospektive mit mehr als 250 Arbeiten des heute in Fulda lebenden Künstlers, der in Düsseldorf studiert und mehr als 30 Jahre lang an der Hamburg Kunstakademie gelehrt hat. Zu seinen Schülern gehörten dort unter anderem Santiago Sierra und Rebecca Horn. Präsentiert werden in der Ausstellung zentrale Arbeiten aus verschiedenen Werkphasen, angefangen von den 1960er-Jahren bis heute. Verbindendes Element ist dabei eine von der Popart inspirierte Farbigkeit in einem bei aller Disparatheit überraschend „malerischen“ Werk.

Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives, Freitag, 6. März, bis 2. August, Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, Telefon 21127113

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