Warum introvertierte Menschen sich besser an Gesichter erinnern können

Warum introvertierte Menschen sich besser an Gesichter erinnern können

Dem einen oder anderen dürfte es sicher schon einmal vorgekommen sein. Man wartet auf den Bus, sitzt in einem Kaffee oder schlurft über die Arbeitsflure und plötzlich wird man von einer Person angesprochen, die einem doch irgendwie bekannt vorkommt. Während sich manche sehr gut an Gesichter erinnern können und dadruch den zugehörigen Namen schnell parat haben, haben andere eher Probleme damit und müssen erst durch eine unauffällige Unterhaltung herausfinden, woher man das Gegenüber denn nun kennt.

Psychologen haben sich das als Grund genommen, zu untersuchen, inwieweit unsere Persönlichkeit bei der Erkennung von Gesichtern eine Rolle spielen. Dabei spielt selbstverständlich auch unser Gehirn eine große Rolle. Menschen, die beispielsweise schnell Gesichter wieder vergessen, haben meist weniger Nervenverbindungen in denjenigen Hirnregionen, die für die Verarbeitung von solchen Informationen verantwortlich sind.

Zusätzlich kommt ein weiterer Ansatz ins Spiel, der unsere Fähigkeit Empathie zu empfinden und unsere Ängstlichkeit mit einbezieht. Empathische Menschen sind diejenigen, die sich gut in die Gefühlslage einer anderen Person hineinversetzen können. In einer 2010 durchgeführte Studie haben Forscher Probanden gebeten, sich mehrere Gesichter einzuprägen. Einige Zeit später wurden die bisher bekannten Gesichter (“alt”) mit neuen Personen (“neu”) vermischt und geprüft, wie viele Personen durch den Probanden wiedererkannt wurden. Eins stach dabei hervor: Menschen, die sich als besonders empathisch sahen, erkannten deutlich mehr “alte” Gesichter wieder.

Wer ist dieser Mann? Manche erkennen ihn, manche erkennen ihn nicht 😉

Auch der Zusammenhang zur Ängstlichkeit und damit auch zu introvertierten Menschen, wurde bereits von Forschern untersucht. Personen, die grundsätzlich ängstlich sind, haben demnach größere Probleme damit Gesichter zu identifizieren und abzuspeichern.

Schaut man sich nun die extrovertierten Versuchskandidaten an, dann fällt schnell auf, dass diese deutlich geringere Probleme mit der Erkennung von Gesichtern haben. Die Forscher vermuten, dass dies auch mit der Angst zusammenhängt sich in Alltagssituationen zu blamieren. Introvertierte Personen halten sich daher lieber zurück, anstatt einer Verwechslung zu unterliegen.

Insgesamt zeigen die bisherigen Erkenntnisse, dass bei verschiedensten Fähigkeiten nicht zwangsläufig immer die physischen Gegebenheiten die Hauptrolle spielen. Meist hat nämlich unsere Persönlichkeit, eine nicht gerade einfach zu messende Eigenschaft, große Auswirkungen auf unser Können. Solltet ihr also extrovertiert und zusätzlich empathisch sein, dann dürfte euch häufiger so manches bekanntes Gesicht über den Weg laufen.

Quelle: QUARTZ

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Edit: Überschrift wurde korrigiert

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