TechStage | Ratgeber: Drahtlose Gaming-Mäuse mit Induktionsladung

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Drahtlose Ladetechnik hat mittlerweile auch bei den Gaming-Mäusen Einzug gehalten. Wir zeigen Modelle, die mit dem passenden Mauspad per Induktion laden.

Was bei Tastaturen und Monitoren wenig stört, kann bei Mäusen ziemlich schnell nerven: die Kabelanbindung. Zwar gibt es eine große Auswahl brauchbarer Gaming-Mäuse mit drahtloser Verbindung, die funktionieren aber nur über Akkus beziehungsweise Batterien – und die wollen regelmäßig ausgetauscht oder geladen werden. Die Hardware-Hersteller haben mittlerweile eine bequeme Lösung dafür gefunden, nämlich die Stromversorgung per Induktion über das Mauspad.

Insgesamt gibt es derzeit drei verschiedene Varianten der Induktionstechnologie zur drahtlosen Stromversorgung für Mäuse am Markt: die auch für Smartphones genutzte Qi-Technik, Logitechs Powerplay und Razers Hyperflux. Zwar unterscheiden sich die Technologien in einigen Details – wir gehen darauf weiter unten genauer ein –, die Grundidee bleibt aber dieselbe.

Die drahtlose Maus liegt auf einem Mauspad auf, das Nutzer per USB-Kabel mit dem eigenen Computer verbinden. Ein elektromagnetisches Feld, das das Mauspad selbst erzeugt, versorgt dann die Maus drahtlos per Induktionsladung mit Strom. Dieser Strom kann – je nach genutzter Technologie – die Maus direkt betreiben oder einen innenliegenden Akku aufladen.

Logitech gehörte zu den Pionieren der Induktionsladung für Gaming-Mäuse. Die sogenannte Powerplay-Ladetechnologie erzeugt mithilfe elektromagnetischer Resonanz ein Energiefeld auf der Oberfläche des Mauspads, das die Akkus kompatibler Mäuse großflächig auflädt.

Das Mauspad besteht dabei aus der sogenannten Powerplay-Basis und dem Powercore-Modul. Letzteres verbindet sich mit der Maus über einen Magneten, der an der Unterseite des Mausgehäuses andockt. Das Modul erlaubt das Laden der Mausakkus auch während des Betriebs.

Die Powerplay-Basis verfügt über eine Kunststoff- und eine Stoffoberfläche – Nutzer können die Oberflächen nach Bedarf austauschen. Das Mauspad selbst verbindet sich per USB-Kabel mit dem Computer, wobei letzteres auch das Eingabesignal der Maus überträgt. Ein separater USB-Stecker für die drahtlose Schnittstelle ist also nicht erforderlich.

Logitech kombiniert Powerplay außerdem mit der Lightspeed-Technologie, die eine Übertragungsgeschwindigkeit von einer Milisekunde garantieren soll. Diese Geschwindigkeit ist für den Gaming-Gebrauch optimiert und räumt ein früheres Manko vieler drahtloser Mäuse aus dem Weg.

Derzeit bietet Logitech mehrere drahtlose Lightspeed-Gamingmäuse an, die mit Powerplay kompatibel sind:

  • die G502 (UVP 149,00 Euro
  • die G703 (UVP: 99,99 Euro)
  • die G903 (UVP: 179,00 Euro)

Wer von der Powerplay-Technologie Gebrauch machen möchte, muss außerdem ein Powerplay-Mauspad inklusive Basis- und Powercore-Modul erwerben. Das Powerplay-Mauspad kostet ab 100 Euro.

Die Vorteile von Logitechs Powerplay-Technologie können sich durchaus sehen lassen:

  • Die Mausakkus lassen sich beim Spielen laden, sofern das Powerplay-Mauspad zum Einsatz kommt.
  • Der Lademechanismus funktioniert fast auf der gesamten Fläche des Mauspads (lediglich an den äußeren Rändern lädt der Akku nicht mehr).
  • Die G903 ist beidhändig und deshalb auch von Linkshändern nutzbar.
  • Powerplay lädt die Maus schneller auf, als sie Energie verbraucht. Dabei stoppt der Ladevorgang bei 95 Prozent, um eine vorzeitige Alterung des Akkus zu vermeiden.

Es gibt aber auch Nachteile:

  • Die Akkulaufzeit beträgt lediglich 24 (G703) beziehungsweise 32 (G903) Stunden.
  • Das vollständige Aufladen des Akkus dauert mehrere Stunden.
  • Das Gesamtpaket fällt für eine Kombination aus Gaming-Maus und Mauspad teuer aus.

Razer setzt als dritter Hersteller im Bunde neuerdings ebenfalls auf Induktionsladetechnik für Gaming-Mäuse. Wie Logitech hat das Unternehmen dafür eine eigene Technologie entwickelt – und die unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von der Konkurrenz.

Denn Razers Firefly Hyperflux Mauspad erzeugt zwar ebenfalls per USB-Anschluss über den PC ein elektromagnetisches Feld, um die kompatible Maus – in diesem Fall die Razer Mamba Hyperflux – mit Strom zu versorgen. Allerdings verzichtet Razer dabei auf einen Akku. Stattdessen sitzt ein spezieller Kondensator im Inneren der Maus, den das Mauspad mit einer Verzögerung von etwa acht Sekunden dauerhaft auflädt, solange sich die Maus auf dem Mauspad befindet.

Dafür bietet die Razer-Technologie einige entscheidende Vorteile:

  • Regelmäßiges Nachladen der Maus entfällt – sie bleibt praktisch immer nutzbar.
  • Razer konnte das Gewicht der Maus gegenüber der normalen Mamba Wireless Chroma mit Akku um 29 Gramm auf 96 Gramm reduzieren. Damit wird die Mamba Hyperflux zum echten Leichtgewicht unter den drahtlosen Mäusen.
  • Es gibt keine Aussetzer der Stromversorgung, weil der Akku der Maus leer ist.
  • Razer hat das Firefly Hyperflux Mauspad mit einer RGB-Beleuchtung ausgestattet, die sich mit der Maus abstimmen lässt.

Trotzdem ist bei Razers Hyperflux-Kombi nicht alles Gold was glänzt. Denn da die Mamba Hyperflux keinen eigenen Akku besitzt, lässt sich drahtlos nur in Kombination mit dem Firefly-Mauspad nutzen. Will man die Maus ohne das Pad verwenden, muss man sie per Kabel an den PC anschließen.

Neben den beiden proprietären Ansätzen gibt es Mäuse, die per Qi laden. Diese Technik kennt man in erster Linie aus Smartphones oder von der Apple Watch. Hier kann man auf kompatible Mauspads setzen, ist aber nicht auf sie angewiesen: Auch Qi-Ladeschalen von anderen Geräten funktionieren, ja im Notfall kann man seine Maus sogar per Reverse-Charging mit seinem Smartphone laden – wenn dieses das Feature bietet. Das funktioniert etwa mit dem Samsung Galaxy S20 (Testbericht), dem Samsung Galaxy S10+ (Testbericht) oder dem Huawei P30 Pro (Testbericht).

Qi hat zwar Vorteile, gerade weil es so viele Geräte unterstützt, gegenüber der Razer-Lösung hat es aber einen gravierenden Nachteil: Die Maus muss auf dem Qi-Pad liegen und darf nicht bewegt werden. Entsprechend kann man nicht gleichzeitig zocken und laden. In der Praxis hat es sich so eingependelt: abends und nachts liegt das Smartphone zum Aufladen auf dem Pad, morgens wird es dann durch die Maus ausgetauscht. So kann die laden, während man unterwegs ist.

Der Vorteil von Qi ist, dass man nicht auf einen Hersteller und wenige Modelle beschränkt ist. Zum Zeitpunkt des Artikels gibt es vier Geräte unterschiedlicher Hersteller, die von knapp 90 bis 170 Euro kosten. Die Geräte sind die HP Omen Photon Wireless Mouse, die Corsair Dark Core RGB SE, die Kingston HyperX Pulsefire Dart Wireless und die ASUS ROG Chakram. Die Tabelle zeigt die Features der Geräte

Ähnlich sieht es bei den Mauspads auch. Wer also keine Qi-Ladeschale (oder High-End-Smartphone) zum Laden hat, kann zu zahlreichen Geräten in unterschiedlichen Preisklassen greifen. Die Mauspads haben meist eine Qi-Ladestelle, auf denen die Maus oder andere kompatible Geräte geparkt werden. Das Laden per Qi-Technologie dauert ähnlich lange wie mit Powerplay – umso ärgerlicher, weil die Maus nur auf der kleinen Fläche in der oberen rechten Ecke des Mauspads lädt.

Wer ernsthaft über den Kauf einer Kombination aus Maus und Mauspad mit Induktionsladefunktion nachdenkt, sollte sich im Vorfeld der eigentlichen Kaufentscheidung darüber klarwerden, welchen Zweck die Hardware erfüllen soll. Alle hier vorgestellten Mäuse eignen sich sehr gut als Gaming-Peripherie und haben die Latenzprobleme vergangener Tage abgelegt.

Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Modell sollten deshalb die folgenden Kriterien eine Rolle spielen:

  • der Preis
  • die Kompatibilität
  • die Handorientierung

Qi-basierte Mäuse von bieten insgesamt das günstigste Paket aus Maus und Mauspad und erlaubt das Laden von allen Qi-kompatiblen Geräten. Dafür lassen sich letztere nur auf einer begrenzten Fläche der Mauspads laden, was die Flexibilität bei der Nutzung stark einschränkt. Wer bereits ein Qi-Ladepad besitzt, der kann so vergleichsweise günstig in das Thema einsteigen, schließlich ist das Mauspad optional.

Logitechs Version der Induktionsladung kostet zwar mehr, dafür sorgt die großflächige und während der Nutzung aktive Ladefunktion dafür, dass dem Akku praktisch nie der Saft ausgeht.

Razers Lösung ist mit Abstand die teuerste Variante und eignet sich vor allem für Gamer, die Wert auf Optik legen und besonders viel spielen, weshalb sie eine eher leichte Maus bevorzugen. Wer knapp 300 Euro investieren möchte, bekommt mit Razers Hyperflux-Kombination ein High-End-Paket, das allerdings etwas an Flexibilität vermissen lässt.

Alles in allem bleibt der Markt für Gaming-Mäuse mit Induktionsladefunktion derzeit noch arg überschaubar. Die Neuheit der Technologie und das schmale Angebot sorgen für entsprechend hohe Preise, angesichts derer Gaming-Fans genau überlegen sollten, ob sie wirklich über 200 Euro für eine Kombination aus Maus und Mauspad investieren möchten.

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