Reparaturcafes: Die Hälfte kann man richten

Reparaturcafes: Die Hälfte kann man richten

Umwelt


Seit mehr als fünf Jahren gibt es in Vorarlberg die sogenannten „Reparatur-Cafes“, wo kaputte Geräte eine zweite Chance bekommen, statt im Müll zu landen. In etwa der Hälfte der Fälle funktionieren sie danach wieder. 16 Reparatur-Cafes gibt es mittlerweile im Land und sie werden immer beliebter.

30.11.2019 19.13

30. November 2019, 19.13 Uhr

„Reparieren statt wegwerfen“ – dieses Motto nehmen sich immer mehr Vorarlberger zu Herzen. Im Caritas „Carla“-Store Bludenz befindet sich eines der jüngsten Reparaturcafes. Seit einem Jahr ist es einmal im Monat geöffnet, seither wurden fast 400 Geräte gebracht. Ins Leben gerufen wurde das Reparaturcafe von der Stadt Bludenz und den Gemeinden Bürs und Nüziders.

Reparaturcafes im Trend

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Wenn ein Gerät kaputtgeht, wird es entsorgt. Doch es gibt schon seit Jahren einen erfolgreichen Gegentrend: Reparaturcafes. Diese werden immer beliebter.

„Wenn man ins Altstoff-Sammelzentrum schaut und man sieht, wie viele Geräte dort im Müll landen, dann ist das Reparaturcafe schon ein Teil der Abfallvermeidung“, sagt Karl Thaler von der Umweltabteilung der Stadt Bludenz. Die Helfer werden „Reparaturfüchse“ genannt und bringen Mixer, Kaffeemaschinen, Bügeleisen oder Staubsauger wieder zum Laufen.

Ein Mitarbeiter des Reparaturcafes überprüft eine defekte Kaffeemaschine
Die „Reparaturfüchse“ bringen Geräte aller Art wieder zum Laufen

Von Altach bis nach Thüringen

In Vorarlberg gibt es inzwischen an 16 Orten Reparturcafes – zu finden auf dieser Liste. Und es muss auch nicht immer ein Cafe sein, sondern wie in Riefensberg eine Reparatur-Bar – mit einer Erfolgsquote von stolzen 81 Prozent. Der Andrang im Bregenzerwald scheint besonders hoch zu sein, pro Besucher wird nur ein Gerät zur Reparatur angenommen.

Riesige Ressourcen-Schonung

Seit 2013 gibt es Reparatur-Cafes in Vorarlberg, ein Mann der ersten Stunde ist Fritz Fuchsberger. Das Erfolgrezept sei die Begeisterung, mit der sie die Leute anstecken, glaubt er. Der Zulauf überrascht ihn trotzdem immer wieder: „Die Leute sind inzwischen soweit, dass sie nicht mehr gleich alles auf den Müll schmeißen, sondern zu uns kommen und zumindest einmal nachschauen lassen, ob man nicht doch noch etwas machen kann.“ Dadurch werde eine riesige Ressourcen-Schonung gewonnen, so Fuchsberger.

Zwei Mitarbeiter des Reparaturcafes ärgern sich über einen in einem Staubsauger fest verbauten Akku, der vom Hersteller gewollt nicht ausgetauscht werden kann
Die „Reparaturfüchse“ sind verärgert, wenn sich Verschleißteile wie Akkus konstruktionsbedingt nicht austauschen lassen

Mehr als die Hälfte kann repariert werden

Verärgert sind Reparaturfüchse und Geräte-Besitzer immer wieder dann, wenn sich Geräte konstruktionsbedingt nicht mehr reparieren lassen, weil z.B. Verschleißteile wie Akkus fest im Gerät verbaut sind. Das werde wohl mitunter von der Industrie bewußt so gemacht, vermuten die in diesen Fällen machtlosen Reparierer. Aber immerhin gelinge bei mehr als der Hälfte der angelieferten Geräte eine Reparatur – zum Wohle der Umwelt.

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