Remote Onboarding: Wie starte ich meinen neuen Job aus dem Homeoffice?

Remote Onboarding: Wie starte ich meinen neuen Job aus dem Homeoffice?

Erster Tag im neuen Job und trotzdem zuhause bleiben – wegen Corona gerade häufig der Fall.

Der Umsatz schwindet, die Auftragslage für die nächsten Monate ist unsicher – Grund für viele Unternehmen, das Recruiting erst einmal zu stoppen. Doch einige Startups stellen nach wie vor ein. Das Logistik-Startup Scoutbee etwa hat gerade noch 25 Stellen auf seiner Website ausgeschrieben. Auch bei der Münchner Softwarefirma Personio läuft das Recruiting weiter. Zum ersten April stellt das Startup nach eigener Aussage 19 neue Leute ein. Wie funktioniert Onboarding in Zeiten von Corona und was sind die größten Probleme? Wir haben uns bei verschiedenen Startups umgehört.

Das Würzburger Startup Scoutbee, das erst vor kurzem 55 Millionen einsammelte, hilft Unternehmen bei der Lieferantensuche. Gerade jetzt, wo Lieferketten vor der Zerreißprobe stehen, ist die Nachfrage groß und das Startup auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Bis der CEO Gregor Stühler auf eine Nachricht bei Linkedin reagiert, dauert es ein paar Tage. „Mein Linkedin-Postfach wird gerade überschwemmt mit Nachrichten von Headhuntern“, entschuldigt er sich am Telefon. 15 bis 20 Nachrichten pro Tag bekomme er von beschäftigungslosen Personalvermittlern. „Die haben unsere offenen Stellen gesehen.“

Viele Startups arbeiteten bereits vor der Krise mit digitalen Tools wie Slack oder Zoom. Für Firmen, die damit bisher wenig Erfahrung hatten, sei Remote Onboarding aus dem Homeoffice vor allem eine mentale Herausforderung, glaubt Katja Nettesheim. Sie ist Gründerin der App Culcha und berät Führungskräfte bei digitalen Themen. Sie rät: „Man sollte sich freimachen von alten Konventionen und den Onboardingprozess konsequent neu denken.“

Scoutbee hat erst vor kurzem neue Mitarbeiter aus Übersee für das Berliner Büro eingestellt. Wegen Corona können die nun erst mal nicht mehr einreisen. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass die jetzt drei oder vier Monate bei uns arbeiten, ohne jemals unser Büro betreten zu haben”, sagt Gründer Gregor Stühler. Das sei vor allem eine kulturelle Herausforderung.


Sollten Startups noch neue Leute einstellen – und wenn ja, wie?

Recruiting in Corona:

Sollten Startups noch neue Leute einstellen – und wenn ja, wie?

Viele Firmen sind sich unsicher, ob sie die Krise überstehen. Ist da überhaupt noch an Recruiting zu denken? Personalberater raten zu unkonventionelleren Methoden.

Worauf gilt es sonst noch zu achten? Hier haben wir die wichtigsten Fragen aufgelistet:

Tipps, wie Onboarding trotz Corona-Krise gelingen kann

Wie unterschreibe ich den Vertrag?

Wenn es schnell gehen muss, geht die Vertragsunterzeichnung digital. Führungsexpertin Katja Nettesheim empfiehlt dafür das Tool Eversign. Wer es lieber konservativ mag und ein paar Tage Zeit mitbringt, kann den Vertrag nach wie vor postalisch hin- und herschicken.

Was ist mit dem Arbeitsequipment?

Das Logistik-Startup Freighthub bereitet die Laptops für neue Mitarbeiter mit den benötigten Programmen vor. Die Computer könnten sich die neuen Teammitglieder im Berliner Büro abholen. Diejenigen, die sich zurzeit nicht in der Hauptstadt befinden, bekommen das Equipment zugeschickt, so das Startup. Auch Personio versendet die benötigte Ausstattung. Als Willkommensgeschenk und für ein besseres Teamgefühl verschickten beide Startups nach eigener Aussage zusätzlich Goodies und Firmen-Merch wie etwa Kapuzenpullis.

Wie läuft das Remote Onboarding ab?

Die Onboarding-Sessions, in denen neue Mitarbeiter die wichtigsten Informationen zu Tools oder Unternehmenszielen bekommen, verlegen Startups wie Freighthub oder Personio nach eigenen Angaben ins Netz. Zum Beispiel durch Tools wie Microsoft Teams oder Zoom

Wie klappt das inhaltliche Einarbeiten?

Katja Nettesheim rät, gerade bei der inhaltlichen Einarbeitung sehr eng mit den neuen Angestellten zusammenzuarbeiten. Dies ermöglichten Funktionen wie das Teilen von Dokumenten oder Screensharing. „Ich kann den Leuten ja in Echtzeit bei der Arbeit zuschauen – was ich im echten Leben wahrscheinlich nie tun würde.“ Aber gerade bei Neustarts aus dem Homeoffice heraus sei es besonders wichtig, schnell zu reagieren und Feedback zu geben.

Und was ist mit dem Kaffeeklatsch?

Gemeinsames Kaffeetrinken oder Mittagessen – vieles von dem, was offline zu einem guten Arbeitsklima beiträgt, lässt sich zumindest ein Stück weit auch in der Remote-Zusammenarbeit fortführen und hilft gerade neuen Kollegen dabei, sich ins Team einzufinden. Von virtuellen Coffee Dates berichten alle Unternehmen, mit denen Gründerszene in diesem Zusammenhang gesprochen hat. Um Mitarbeiter aus verschiedenen Teams für einen virtuellen Kaffee zusammenzuwürfeln, nutzt Personio beispielsweise ein Tool namens Wellbeing Warrior.


Bild: Getty Images/ Klaus Vedfelt

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