Mitten in Grafing-Bahnhof: Philosophie an der Bahnsteigkante

Mitten in Grafing-Bahnhof: Philosophie an der Bahnsteigkante

Mitten in Grafing-Bahnhof:Philosophie an der Bahnsteigkante

Wann man mal wieder einen unplanmäßigen Zwischenstopp einlegen muss, hat man viel Zeit zum Nachdenken – und heiße Schokolade trinken

Wenn man in Grafing-Bahnhof mal wieder 35 Minuten auf die nächste Zugverbindung nach Ebersberg warten muss, dann fängt man schon mal an, über das bisherige Leben zu philosophieren. Wer ist man eigentlich, wie wird man von anderen wahrgenommen und was möchte man noch alles erreichen, sind zum Beispiel Fragen, die dann im Kopf herumschwirren. Und: Was gibt es heute zum Mittagessen?

Währendessen trinkt man die gefühlt achte heiße Schokolade aus dem Kiosk; die Schokolade, weil kein Mensch so viel Kaffee verträgt, wie man ihn hier in so einer Situation eigentlich bräuchte, und der Kiosk, weil das die einzige Möglichkeit am Bahnhof ist, sich im Warmen aufzuhalten.

Wenn die Sonne scheint, ist alles halb so wild. Die Strahlen wärmen auch bei Novembertemperaturen das Gesicht, man könnte sich glatt die Sonnenbrille für nächsten Tage in die Tasche schmeißen. Im Normalfall aber ist es kalt und ungemütlich und eklig. Dann ertönt über den Lautsprecher eine schnöselige Stimme, von zehn Minuten Verspätung ist jetzt die Rede. Auf die Dauer kann dann selbst die Sonne bei der Kälte nicht mehr helfen. Man könnte sich auch am Bahnsteig warmlaufen…

Die bereits zweite S-Bahn nach Tutzing fährt ein. Es wird langsam wirklich kalt. Die Gedanken wandern zur Schulzeit zurück. Was machen die ganzen alten Klassenkameraden wohl mittlerweile? Vielleicht sollte man sich wieder mal treffen und das herausfinden. Christkindlmärkte bieten sich für so etwas doch an die nächste Zeit.

Jetzt kommt endlich eine Bahn. Eine alte, ohne jegliche Beschilderung. Aber sie kommt zumindest aus der richtigen Richtung. Aus Kältegründen wird diese nun schlichtweg getestet. Man kann ja zur Not bei der nächsten Station wieder umsteigen und zurückfahren. Zu spät ist man ja sowieso schon.

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