Kommission zu künstlicher Intelligenz: Bundestag will Ergebnisse in Teilen zurückhalten

Kommission zu künstlicher Intelligenz: Bundestag will Ergebnisse in Teilen zurückhalten


Kommission zu künstlicher Intelligenz
Bundestag will Ergebnisse in Teilen zurückhalten

Wie sich künstliche Intelligenz auf den Staat und die Wirtschaft auswirkt, hat der Bundestag ein Jahr lang untersucht. Union und SPD wollen aber nicht, dass alle Erkenntnisse sofort öffentlich werden.





Martin Meissner/AP

„In einem Jahr bereits veraltet“ – Kunstwerk auf der Essen Motor Show

Seit gut 14 Monaten arbeitet sich die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ – kurz: KI-Enquete – des Bundestags an der Frage ab, welchen Einfluss KI „auf unser (Zusammen-)Leben, die deutsche Wirtschaft und die zukünftige Arbeitswelt“ haben wird. Ihre ersten Antworten will sie nun aber größtenteils für sich behalten.

Am Montag beschloss die Kommission nach SPIEGEL-Informationen mit den Stimmen von Union und SPD, FDP und AfD, ihre ersten Projektberichte vorerst nicht vollständig zu veröffentlichen. Stattdessen soll jeweils nur ein Teil des jeweils ersten Kapitels, maximal aber eine einstellige Zahl von Seiten veröffentlicht werden. Konkret betrifft das die Arbeit der drei Projektgruppen KI und Staat, KI und Gesundheit sowie KI und Wirtschaft.

Die kompletten Berichte sollen erst im Abschlussbericht veröffentlicht werden, zusammen mit den Ergebnissen und Empfehlungen der noch ausstehenden Projektgruppen KI und Arbeit, KI und Medien sowie KI und Mobilität. Damit soll unter anderem vermieden werden, dass sich einzelne Teile im Nachhinein widersprechen.

„Erst mal ein Jahr in der Schublade verstecken“

Anna Christmann, Obfrau der Grünen in der KI-Enquete, findet das bedauerlich. „Wir haben ohnehin das Problem, dass neue Technologien sich so schnell entwickeln, dass die Politik kaum hinterherkommt. Es ist fatal, wenn sich das Parlament auch noch selbst ausbremst“, teilte sie dem SPIEGEL mit. „Ich habe die große Befürchtung, dass Teile der Berichte in einem Jahr bereits veraltet sein werden. Für kalten Kaffee interessiert sich dann in der Regel niemand mehr, und wir müssen uns fragen, warum wir viele Stunden Arbeit in Berichte fließen lassen, um sie dann erst mal ein Jahr in der Schublade zu verstecken.“

Mit dem Abschlussbericht ist frühestens im Herbst 2020 zu rechnen.


insgesamt 25 Beiträge

Vor nicht allzu langer Zeit hat die Bundesregierung in ihrem Magazin „Schwarzrotgold“ Informationen zu Künstlicher Intelligenz bundesweit verbreitet. Es war geradezu erschreckend, wie veraltet die Aussagen des […]

Vor nicht allzu langer Zeit hat die Bundesregierung in ihrem Magazin „Schwarzrotgold“ Informationen zu Künstlicher Intelligenz bundesweit verbreitet. Es war geradezu erschreckend, wie veraltet die Aussagen des sogenannten „Digitalrats“ waren. Man kann nur hoffen, dass die Enquete-Kommission besser informiert ist, aber wenn man jetzt die Formulierungen erst fein säuberlich bearbeitet, schafft man erneut ein Dokument fürs Museum. Oder es dauert, bis man wieder etwas formuliert hat, das nur Beruhigungssignale aussendet, anstatt mit den Bürgern klar und offen zu kommunizieren.

(Geistig) alte Menschen brauchen eben mehr Zeit, um zu verstehen, was in dem Beicht über so ein „Neuland-Zeugs“ drinsteht.

(Wissenschaftlich) ungebildete Menschen verstehen nur sehr schlecht, warum sich […]

(Geistig) alte Menschen brauchen eben mehr Zeit, um zu verstehen, was in dem Beicht über so ein „Neuland-Zeugs“ drinsteht.

(Wissenschaftlich) ungebildete Menschen verstehen nur sehr schlecht, warum sich wissenschaftliche Schätzungen in einzelnen Punkten widersprechen können und trotzdem insgesamt nicht falsch sein müssen.

(Veraltete) poliitische Praktiken sind nicht so leicht reversibel.

Manchmal wünsche ich mir, das mit KI und Politiker käme etwas schneller in die Gänge …. und jetzt meine ich nicht die Qualität einer KI …

Sehe ich das richtig, dass Studien die mit „unser-aller“ Steuergeldern finanziert wurden, uns nicht zugänglich gemacht werden? Ich bin im Bereich Politik, etc kein Experte, aber das Vorgehen kann doch keine gängige […]

Sehe ich das richtig, dass Studien die mit „unser-aller“ Steuergeldern finanziert wurden, uns nicht zugänglich gemacht werden? Ich bin im Bereich Politik, etc kein Experte, aber das Vorgehen kann doch keine gängige Praxis sein, oder?

Offenbar widersprechen sich einzelne Teile im Vorhinein. Na und? Man kann über alles reden, erst recht, wenn es unser aller Zukunft betrifft. Darauf haben die Regierenden kein Monopol. Zumal sich sogar einzelne Minister derzeit […]

Offenbar widersprechen sich einzelne Teile im Vorhinein. Na und? Man kann über alles reden, erst recht, wenn es unser aller Zukunft betrifft. Darauf haben die Regierenden kein Monopol. Zumal sich sogar einzelne Minister derzeit öffentlich selbst widersprechen, von wegen ein Tempolimit sei „gegen den gesunden Menschenverstand“.

Ein Tempolimit wegen CO2 einzuführen, ist der Unwirksamkeit wegen gegen den gesunden Menschenverstand. Außer das Limit ist 0.

Ein Tempolimit wegen der Verkehrssicherheit einzuführen, ist dagegen nicht gegen den gesunden […]

Zitat von noalkOffenbar widersprechen sich einzelne Teile im Vorhinein. Na und? Man kann über alles reden, erst recht, wenn es unser aller Zukunft betrifft. Darauf haben die Regierenden kein Monopol. Zumal sich sogar einzelne Minister derzeit öffentlich selbst widersprechen, von wegen ein Tempolimit sei „gegen den gesunden Menschenverstand“.

Ein Tempolimit wegen CO2 einzuführen, ist der Unwirksamkeit wegen gegen den gesunden Menschenverstand. Außer das Limit ist 0.

Ein Tempolimit wegen der Verkehrssicherheit einzuführen, ist dagegen nicht gegen den gesunden Menschenverstand. Außer bei der Bahn.

Sie sehen, es ist alles eine Frage der korrekten Definitionen. Erinnert sich noch jemand daran, was Definitionen sind? … seufz …

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