Jobeinstieg für Geflüchtete: Zweite Chance deluxe

Jobeinstieg für Geflüchtete: Zweite Chance deluxe

Im Berliner Restaurant Kreuzberger Himmel kochen und servieren Menschen, die nach Deutschland geflohen sind. Manche arbeiten später in Luxushotels und Gourmetrestaurants.



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Alaa Al Akkad kommt aus Syrien. In Deutschland will sie Köchin werden.
© Michael Pfister für ZEIT ONLINE

Während Alaa Al Akkad die
Sahne rührt, schlagen neben ihr am großen Grill die Flammen aus dem Rost. Es ist warm in der Küche am frühen Nachmittag. Ein Azubi stellt einen
großen Topf Brühe neben Alaa Al Akkad. Die Syrerin sieht konzentriert aus, sie
wirkt hellwach und ein bisschen schüchtern.

Morteza Hashemi bringt
den Kaffee. Sein Kragen steif, das Hemd sitzt – im Fünf-Sterne-Hotel ist das Erscheinungsbild wichtig. Der Afghane wirkt ausgeglichen,
obwohl es gerade harte Zeiten sind für ihn. Hashemi hat schon so viel in seinem
Leben erlitten und ausgehalten, dass ihn Herausforderungen nicht schrecken.

Alaa Al Akkad, 41, und
Morteza Hashemi, 26, sind beide aus ihrer Heimat geflüchtet. Sie haben alles
hinter sich gelassen und in Deutschland neu angefangen, im Restaurant Kreuzberger Himmel in Berlin. Dort arbeiten seit Anfang 2018 Geflüchtete in
Küche und Service. Immer wieder schaffen es einige von ihnen
vom Kreuzberger Himmel zu den Top-Arbeitgebern der Stadt in der Gastronomie und
der Hotellerie. Alaa Al Akkad macht gerade ein Berufspraktikum der Brasserie
Colette Tim Raue. Und Morteza Hashemi ist im dritten Ausbildungsjahr zum
Hotelfachmann im Luxushotel Sheraton. 

Ein Restaurant in den roten Zahlen

Angefangen hat alles mit
dem sozialen Projekt Be an Angel e.V., das Geflüchtete begleitet:
Menschen aus Medien, Kultur und Marketing setzen ihre Fähigkeiten und Netzwerke ein, um geflüchteten Menschen bei der Integration zu helfen. Sie vermitteln Sachspenden, Unterkunft und Jobs – oder begleiten sie bei Behördengängen.  

Aus seinem Engagement als
Vorstand von Be an Angel sei die Idee eines eigenen Restaurants
entstanden, sagt Andreas Tölke, 59, eigentlich Journalist und heute Betreiber
des Kreuzberger Himmels. Noch schreibe man rote
Zahlen in diesem Restaurant, aber das Ziel sei, wirtschaftlichen Erfolg zu haben und den Angestellten auch längerfristig Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu bieten.

Tölke hat in seinem Restaurant derzeit 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind sechs Azubis. Acht
Angestellte hat er in den vergangenen zwei Jahren bereits an andere Unternehmen der Hauptstadt vermitteln können.

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