#Interview – “Jeder kocht hier mehr oder weniger sein eigenes Süppchen”

#Interview – “Jeder kocht hier mehr oder weniger sein eigenes Süppchen”

Hinter dem Dortmunder Unternehmen MySugardaddy stehen die Gründer Thorsten Engelmann und Philip Cappelletti, die seinerzeit ihre gemeinsame Tätigkeit bei ThyssenKrupp in der internen Revision zusammenbrachte. Viele Business-Ideen der beiden verliefen im Sand, andere wurden verworfen oder funktionierten nicht – bis ihnen im Jahr 2009 die Idee zu MySugardaddy bei einer Tasse Kaffee in einem Starbucks-Laden kam.

In den USA gab es bereits Dating-Seiten, die junge Frauen, die sich zu Luxus-Lifestyle-Ambitionen bekennen, mit älteren Männern, die einen entsprechenden finanziellen Background besitzen, zusammenbrachten – den beiden Arbeitskollegen gefiel der Gedanke. Ohne Geld, ohne Ahnung und ohne weiteren Mitarbeiter entstand die erste Version von MySugardaddy an den Wochenenden, in den Mittagspausen bei geschlossener Bürotür und langen Nächten mit wenig Schlaf und dafür sehr viel Kaffee. Im Ruhr-Interview mit deutsche-startups.de sprechen die MySugardaddy-Macher einmal ausführlich über die Startup-Szene im Ruhrgebiet.

Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Startup-Standort?


Für das Ruhrgebiet spricht die hohe Dichte an Universitäten, Fachhochschulen und damit auch gut ausgebildeten jungen Menschen. Zudem gibt es hier viele Mittelständler, Hidden Champions und Unternehmer der „älteren“ Economy. Nur leider kommen beide Parteien zu selten zusammen.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Dortmund aus?


Es gibt in Dortmund keine Startup-Szene, wie sie vielleicht in Berlin vorhanden ist. Jeder kocht hier mehr oder weniger sein eigenes Süppchen.

Was ist in Dortmund einfacher als im Rest der Republik?


In Dortmund sind die Lebenshaltungskosten gering, und da die Startup-Konkurrenz nicht so hoch ist, findet man relativ leicht gute Mitarbeiter.

Was fehlt in Dortmund bzw. im Ruhrgebiet noch?


Um die Startup-Szene hier größer zu machen, fehlen vor allem Geld und Investoren. Ansonsten werden auch in Zukunft die besten Ideen ins Ausland oder nach Berlin abwandern, wo größere Investments locken.

Zum Schluss hast du drei Wünsche frei: Was wünscht du dir für den Startup-Standort Ruhrgebiet?


Erstens: Flächendeckend schnelles Internet – Glasfaser. Zweitens: Dass Gründer hier bleiben und nicht nach Berlin gehen. Drittens: Mehr Austausch zwischen erfahrenen und erfolgreichen Startups.

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

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Foto (oben): Shutterstock

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni-
Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie
bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und
seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde
beobachtet.

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