Hautnah: Barbara Sturm, die Dermatologin Hollywoods

Hautnah: Barbara Sturm, die Dermatologin Hollywoods

Gegen Ende eines langen Berlinale-Tags sind durch die Tür der Suite im Soho House sieben Schauspielerinnen gekommen und eines der bekanntesten deutschen Models. Gerade ist eine Influencerin da, zum letzten Termin des Tages. Eine Gesichtsbehandlung mit Produkten von Barbara Sturm steht an, als der Smalltalk auf Johnny Depp kommt. Das Handy hat Barbara Sturm heute so gut wie nie aus der Hand gelegt, jetzt sucht sie darauf ein Video. Es ist ein kurzer Clip, darin zu sehen eine Sitzecke, im Hintergrund ist ihr Mann Adam Waldman zu hören. Im Bild: Johnny Depp und Pepper, die kleine Tochter von Sturm und Waldman. Sie turnt auf dem Sofa herum und auf Johnny Depps Schoß, spielt mit dessen Zigarettenpapier und nennt ihn „Uncle Trouble“.

Jennifer Wiebking

Vieles von dem, was Barbara Sturm ausmacht, kommt an diesem Spätnachmittag im Februar zusammen. Bei der Siebenundvierzigjährigen ist alles privat und prominent zugleich. Das passt in die Zeit des Instagram-Voyeurismus. Und es bietet ihr Chancen in der von großen Marken umkämpften Schönheitsindustrie. So ist Barbara Sturm selbst zu einer Marke geworden, mit freundlicher Unterstützung aus Hollywood.

In ihrer Lebensgeschichte fließen Deutsches und Amerikanisches zusammen. Ihre Herkunft machte sie zu der Person, die sie ist. Mit den amerikanischen Connections wurde sie zur Marke. Sie ist seit Jahren in der Zeitschrift „Bunte“ zu sehen, geht zu den Golden Globes, ist dabei, wenn es um Menschen geht, die man leicht veraltet „Schöne und Reiche“ nennt: Barbara Sturm im Skiurlaub, auf dem Oktoberfest.

Und wenn im Ausland von G-Beauty die Rede ist, German Beauty, einem Trend, für den uns die geographische Distanz fehlt, um ihn als solchen zu erkennen, dann geht es um Dr. Hauschka, um Weleda und um Dr. Barbara Sturm. Ihre Produkte verkauft sie als eine von wenigen unabhängigen deutschen Unternehmerinnen bei Net-a-porter. In Luxuskaufhäusern und in angesagten Geschäften wie Shen Beauty in Brooklyn stehen sie neben jenen von Gwyneth Paltrow. Apropos: Wer war dabei, als die Schauspielerin mit ihrem Lifestyle-Unternehmen im Sommer ein Festival in London ausrichtete? Genau.

Vernetzt mit der Elite

Wenn ein Star jemand ist, der auf der Straße erkannt wird wegen dem, was er tut, dann ist die Medizinerin, die zur Unternehmerin wurde, selbst ein Star. In Restaurants kommen Menschen an ihren Tisch, viele wollen Selfies mit ihr machen, und sie nutzt Instagram für die Nahbarkeit. „Ich sitze manchmal da und beantworte jede Message myself. Ich passe auf, dass mir wirklich keine durch die Lappen geht.“ Für ihre Marke ist die Plattform ein wichtiges Hilfsmittel: „Ich schaue in den Feeds: Den muss ich in L.A. treffen, und bei der muss ich mich mal wieder melden.“

Über Instagram vermittelt sie Eindrücke ihres Lebens wie in einer besseren Klatschzeitschrift, ultrapersönlich, als wäre man mit ihr zum Kaffee verabredet. „Ich mache alles übers Telefon, es geht nicht mehr ohne“, sagt sie. „Dieses Abhängigkeitsverhältnis stört mich schon. Wenn ich kein Unternehmen hätte, wäre es das erste, was ich in die Tonne werfen würde.“

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