Gastronomie: Die Steg-1-Chefin zieht es an den Ammersee

Gastronomie: Die Steg-1-Chefin zieht es an den Ammersee

Gastronomie:Die Steg-1-Chefin zieht es an den Ammersee

Die Hamburgerin Cathrin Dierks übernimmt den Herrschinger „Seewinkel“. Sie will den Kiosk ganzjährig betreiben und setzt auf das Konzept ihres Possenhofener Erfolgsmodells.

Ihr „Steg 1“ in Possenhofen ist das, was man ein Erfolgsmodell nennen könnte: Seit gut sechs Jahren betreibt Cathrin Dierks schon den Kiosk nebst Biergarten im Possenhofener Badegelände „Paradies“ am Starnberger See. Nun weitet sie ihre gastronomischen Aktivitäten auf den Ammersee aus. Am 1. Januar löst sie den bisherigen Pächter und ehemaligen Wirt vom Klostergasthof Andechs, Alexander Urban, im „Seewinkel“ in Herrsching ab.

Dort will die 53-Jährige, die eigentlich Architektin für Kindergärten und Schulen ist und aus Norddeutschland stammt, etwas wiederholen, was ihr am Starnberger See bereits gelungen ist: einen Treffpunkt zu schaffen für Familien, jüngere wie ältere Menschen. „Ich liebe Herrsching“, sagt sie. Daher habe sie sich vor zwei Jahren schon einmal darum beworben, „eine Initiativbewerbung“ sei das gewesen. Als Urban, dessen Pachtvertrag für den „Seewinkel“ Ende des Jahres ausläuft, die Gemeinde gebeten hatte, den Kiosk möglichst frühzeitig auszuschreiben, schickte auch sie ihr Konzept wieder ans Rathaus. Urban hatte sich, nach Aussagen des Herrschinger Bürgermeisters Christian Schiller, zunächst noch überlegt, sich wieder zu bewerben, sich dann aber anders entschieden – vermutlich, weil er ein anderes Lokal übernehmen will, er ist im Gespräch mit Augustiner für das „Midgardhaus“ in Tutzing.

Dierks‘ Konzept, das dem des „Steg 1“ in Possenhofen ähnelt, aber vor allem auch ihre Erfahrung in der Jugendarbeit in Pöcking dürften das Herrschinger Ratsgremium überzeugt haben. Erst im September hatten ein paar junge Männer das Mobiliar des Seewinkels angezündet und es sich am Feuer gemütlich gemacht. Auch davor kam es immer wieder zu Sachbeschädigungen durch meist junge Leute. „Davor habe ich aber keine Angst“, sagt Dierks: „Ich will die Jugend ja einbinden.“ Aber Dierks würde gern auch ältere Menschen beschäftigen: „Es gibt viele Rentner, die gern früh aufstehen und sich freuen, wenn sie eine Aufgabe haben, kleinere Speisen vorbereiten, Kaffee vorbereiten oder dergleichen.“ Denn wie am Steg 1 auch will sie kleinere Speisen, Currywurst und Co., aber auch Suppen, Salate, Pasta, und kleinere Häppchen als Begleiter für das Glas Wein und den Sundowner am Abend anbieten. Bekannt ist der „Steg 1“ aber auch für seine Kuchen – und für seinen Steckerlfisch. Beides wird sich auch im Herrschinger Kiosk wiederfinden.

Dierks will ihren Kiosk ganzjährig betreiben, im Winter zum Beispiel Kaffee, Glühwein, Kuchen und auch Germknödel servieren. Im Sommer startet sie ohnehin schon am Morgen: „Die Frühschwimmer sollen ja auch bei mir frühstücken können“, sagt sie. Geöffnet haben will sie am Abend, so lange Bedarf ist, „aber natürlich immer in Absprache mit der Gemeinde“. So will sie es auch mit ihren Musikveranstaltungen halten, die sie wie in Possenhofen auch anbieten will – allerdings nicht so häufig wie dort, sondern nur „höchstens drei bis vier Mal im Jahr – und auch nur, wenn die Anwohner einverstanden sind: „Anders als am Starnberger See wohnen in Herrsching ja auch Menschen in unmittelbarer Nähe, die ich nicht stören will.“ Sie denkt im Moment aber auch über sportliche Events nach: ein Turnier zum Beispiel auf dem ohnehin bereits vorhandenen Beachvolleyballplatz. Und: „Ich würde gern zweimal im Jahr einen Flohmarkt veranstalten – aber so einen richtigen“, sagt sie.

Doch bevor sie loslegen kann, muss sie noch ein paar kleinere Umbauten vornehmen und neues Mobiliar anschaffen, die derzeit freie Sicht auf die Toiletten will sie durch Pflanzen verdecken, einen Kiesweg durch das etwa 5000 Quadratmeter große Strandbad anlegen, an den Stellen, die sommers wie winters gern matschig werden, und ihren Gästen in der Saison Liegestühle zur Verfügung stellen. Für Dierks ist es jedenfalls ein Traum, nun auch am Ammersee vertreten zu sein: „Als Hamburgerin liegt mir die Liebe zum Wasser im Blut.“ Und ein „zweites Standbein“ habe sie sich ohnehin gewünscht. Mit ihren Ideen hat sie den Herrschinger Gemeinderat übrigens schon im Sommer überzeugt, wie sie sagt. Der Vertrag wurde allerdings erst vor einer Woche unterzeichnet: „Bis dahin war Stillschweigen vereinbart.“

Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.