„Die Bahnmitarbeiter haben sich ein Bein für Greta ausgerissen“

„Die Bahnmitarbeiter haben sich ein Bein für Greta ausgerissen“

Deutschland Mitreisende im Zug

„Die Bahnmitarbeiter haben sich ein Bein für Greta ausgerissen“

| Lesedauer: 2 Minuten

Von Cornelia Karin Hendrich

Greta Thunberg fährt auf dem ICE-Boden durch Deutschland

Nach monatelangem Reisen ist die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem Weg nach Hause – „in überfüllten Zügen durch Deutschland“, wie sie auf Twitter schrieb. Thunbergs Kritik trifft einen Nerv, die Deutsche Bahn reagiert.

Quelle: WELT / Christoph Hipp

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Greta postet von sich ein trauriges Foto zwischen Koffern auf dem Boden eines Zuges sitzend. Doch das zeigt offenbar nur ein Stück der Reise. Das andere verbrachte sie in der 1. Klasse. Eine Mitreisende berichtet, wie Greta behandelt wurde.

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ist am Samstag in einem Zug durch Deutschland gereist. Sie war auf dem Weg zurück nach Schweden. Im Gegensatz zu Atlantiküberquerungen per Segelboot scheint dies nicht besonders aufregend – doch auch diese Reiseetappe bekam beträchtliche Aufmerksamkeit. Das lag vermutlich an einem Foto, das Thunberg postete. Da sitzt das Mädchen allein zwischen riesigen Taschen und Koffern auf dem dunklen Gang eines Zuges auf dem Boden. Einsam sieht Greta aus. Sie hat kaum Platz. Dazu schreibt sie, sie reise gerade in überfüllten Zügen durch Deutschland.

Sie bekommt viel Mitleid und Solidarität, viele können Ärger mit der Bahn nachvollziehen. Die Deutsche Bahn schickt einen halben Entschuldigungstweet, schreibt, man arbeite hart an mehr Zügen. Doch dann gibt es in den sozialen Medien Kommentare, Thunberg habe die Öffentlichkeit getäuscht. Die Bahn löscht ihren bedauernden Tweet. Stattdessen twittert sie nun, man habe sich gefreut, dass Greta mitgefahren sei. Noch schöner wäre es jedoch gewesen, „wenn Du zusätzlich auch berichtet hättest, wie freundlich und kompetent Du von unserem Team an Deinem Sitzplatz in der Ersten Klasse betreut worden bist“.

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Erste Klasse? Greta löste das Missverständnis via Twitter auf. Ihr Zug von Basel aus sei ausgefallen, weshalb sie im Anschluss in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden gesessen habe. Hinter Göttingen habe sie schließlich einen Sitzplatz erhalten. Auch habe sie nie gesagt, dass volle Züge ein Problem seien. Das zeige doch nur, dass es eine hohe Nachfrage gebe.

Thunberg bekam im Zug Schokoladentäfelchen

Eine Mitreisende bezeugt den guten Willen der Bahn. „Die Bahnmitarbeiter im Zug waren alle ganz aufgeregt, dass Greta Thunberg mitfährt“, erzählt Nike Flatt WELT. Man habe einen prominenten Gast an Bord, hätten alle ganz aufgeregt geflüstert. Sie hätten sich „ein Bein für sie ausgerissen“ und Greta verwöhnt, erzählt die junge Mutter. Sie brachten ihr Schokoladentäfelchen mit der Aufschrift „Lieblingsgast“, fragten sie, ob sie noch Kaffee wolle. Eines allerdings bestätigt die Mitreisende Nike Flatt. Greta habe sehr erschöpft ausgesehen. Andere Teenager hätten vielleicht auf ihr Smartphone geschaut, sagt sie. „Greta starrte nur traurig auf den Boden.“

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