Coronavirus in Deutschland: Vorwürfe aus Pflegeheimen – Angehörige trotz Verbot für „Kaffee herausgeholt“ | Welt – tz.de

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    Jennifer Lanzinger

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Corona in Deutschland: Es wird eine neue Welle an Hamsterkäufen befürchtet. Derweil sorgt Seehofers Ministerium mit einem Schreckensszenario für Aufsehen. Die Kontaktsperre wurde jetzt verlängert. 

Corona-Krise: Deutschland deckt sich mit Pille aus Japan gegen Corona ein

Update, 20.54 Uhr: Forscher suchen mit Hochdruck nach einem Medikament um einen schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion zu verhindern oder bestenfalls überhaupt gleich auszubremsen. Deutschland soll eine Pille aus Japan im Visier haben, berichtet die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (hinter Bezahlschranke). Bei dem Medikament handelt es sich um das antivirale Grippemittel Avigan. Das Medikament sei schon in Japan bergrenzt zugelassen. Avigan verhindert, dass sich ein Grippevirus im Körper repliziert. In Deutschland fehle allerdings noch eine Zulassung. Das Bundesgesundheitsministerium ist, laut FAZ, mit der Beschaffung der Grippetabletten befasst. 

„Die beschafften Arzneimittel werden über Apotheken von Universitätskliniken sowie Apotheken der Behandlungszentren für die stationäre Versorgung betroffener Patientinnen und Patienten verteilt“, sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber der Zeitung. Die Bundeswehr solle die Medikamente dann verteilen. Es gehe um Millionen Packungen.

Deutschland deckt sich neben dem Grippemedikament Avigan, auch mit Kaletra, Foipan sowie chloroquin- und hydroxychloroquinhaltige Arzneimittel ein. Die Hoffnung an das Malariamittel Hydroxychloroquin sind groß. Mit Chloroquin wollen die Tübinger Tropenmediziner moderat erkrankte Covid-19-Patienten behandeln.  

Corona in Deutschland: 72 600 Corona-Infektionen – mehr als 850 Tote

Update, 20.19 Uhr: Nach Informationen der Johns-Hopkins-Universität sind in Deutschland aktuell 76.544 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Zum Vergleich: Am Morgen waren es 71.808 Personen.

Die Todesfälle stiegen demnach von 775 auf 858 im Bundesgebiet. Zudem sind bislang 18.700 Menschen von der Erkrankung genesen.

Corona-Krise in Deutschland: Schutzmaskenpflicht vorerst vom Tisch 

Update, 17.25 Uhr: Bund und Länder wollen keine Schutzmaskenpflicht anordnen. „Wir sind alle der Auffassung, dass eine solche Pflicht nicht angezeigt ist“, sagt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier nach Beratungen der Regierungschefs der Länder mit der Bundesregierung, berichtet dw.com.

In Deutschland sind bis Mittwochnachmittag mehr als 70.800 Infektionen (Vortag Stand 16.25 Uhr: mehr als 65.500) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Nachrichtenagentur dpa hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mindestens 796 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Corona in Deutschland: Kontaktsperre über Ostern

Update, 16.35 Uhr: Bürgerinnen und Bürger sollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die bereits geltenden weitgehenden Kontaktsperren auch über Ostern einhalten. Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder, die Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – verzichten. Das gelte vorerst bis zum 19. April, teilte Merkel mit.

Bund und Länder hatten vor eineinhalb Wochen (am 22. März) im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein umfassendes Kontaktverbot beschlossen. Danach sind unter anderem Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu unterlassen. Ausgenommen wurden Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Coronavirus in Deutschland: Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen verlängern 

Update, 16.22 Uhr: 
Angela Merkel äußerte sich nun in einer Audio-Konferenz. Ostern sei ein Fest der Familie, sagte die Kanzlerin. Trotzdem müssten die Bürger auf das Besuchen von Verwandten verzichten. Besonders geschützt werden müssten außerdem alle Risikopatienten

Coronavirus in Deutschland: Verlängerung der Kontaktbeschränkungen – Regelungen bis 19. April

Update, 16.11 Uhr: Die Bürger in Deutschland „bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Die Bürger seien mit Blick auf Ostern und die in den Ländern anstehenden Osterferien aufgefordert, „generell auf private Reisen und Besuche auch von Verwandten zu verzichten“. Dies gelte auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Die entsprechenden Regelungen sollen nach diesen Informationen zunächst bis zum 19. April gelten. 

Am 14. April – dem Dienstag nach Ostern – wolle man erneut über die Lage beraten. Es habe zudem große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage.

In der Beschlussvorlage heißt es weiter, die Dynamik der Verbreitung des Coronavirus* in Deutschland sei immer noch zu hoch. „Wir müssen daher weiterhin alles dafür tun, die Geschwindigkeit des Infektionsgeschehens zu vermindern und unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten.“ Eine entscheidende Rolle komme dabei weiterhin der Reduzierung von Kontakten zu.

Coronavirus in Deutschland: Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen verlängern 

Update, 15.42 Uhr: Wie die dpa berichtet, sollen die bundesweiten Kontaktbeschränkunge verlängert werden. Wie in einer Telefonkonferenz mit Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer beschlossen wurde, soll das bundeweite Kontaktverbot mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängert werden. 

Coronavirus in Deutschland: Hamsterkauf-Ansturm kurz vor Ostern befürchtet – das sollen Kunden jetzt tun

Update, 12.24 Uhr: Bereits vor Wochen zeichneten sich erste Hamsterkäufe ab, in den vergangenen Tagen scheint sich die Einkaufskultur in den deutschen Supermärkten jedoch normalisiert zu haben. Doch nun befürchtet der Lebensmittelhandel einen erneuten Hamsterkauf-Ansturm kurz vor Ostern. 

Wie der Sprecher des Handelsverbandes Lebensmittel, Christian Böttcher, erklärt, sei ein Ansturm auf die Supermärkte vor Ostern normal. Doch die aktuelle Corona-Krise könnte die für gewöhnlich bereits stressigen Einkaufstage noch einmal verschärfen. Durch die in den einzelnen Märkten getroffenen Vorsichtsmaßnahmen sei nicht auszuschließen, dass sich Kunden auf lange Wartezeiten einstellen müssen. 

Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, appellieren nun große Handelsunternehmen an Kunden, ihre Ostereinkäufe nicht erst am Gründonnerstag oder Karsamstag zu erledigen. Christian Böttcher erklärt gegenüber der dpa: „Wir haben gerade eine Atempause. Es wäre gut, wenn die Verbraucher jetzt schon an Ostern denken und ihre Einkäufe vorziehen – aber nicht wieder hamstern.“ 

Video: So funktionieren Testzentren

Das Coronavirus ist ein weltweites Thema. In Wuhan ändert China nun die Zählmethode der Corona-Fälle. Währenddessen gelten in Panama spezielle Regelungen auf den Straßen.

Coronavirus in Deutschland: Pflegeheim in Hessen unter Quarantäne

Update, 9.42 Uhr: Nach dem Tod einer Bewohnerin durch Covid-19 ist ein Pflegeheim im hessischen Odenwaldkreis unter Quarantäne gestellt worden. Die Frau sei am Montagabend auf der Fahrt ins Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch. 

Derzeit lägen zwei weitere positiv getestete Heimbewohner im Krankenhaus, sagte die Sprecherin. Im Pflegeheim selbst wurden neun Bewohner positiv getestet, zwölf Testergebnisse stehen den Angaben zufolge noch aus. Ob auch Mitarbeiter infiziert sind, war zunächst nicht bekannt. 

Update, 9.23 Uhr: Die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Personen steigt weiter an. Nach offiziellen Angaben wurden mittlerweile rund 69.000 Menschen positiv auf Covid-19 getestet, rund 753 Personen sind den Folgen des Virus in Deutschland erlegen. 

Die Corona-Krise bestimmt den Alltag der Menschen – auch in Bayern. Viele machen sich Sorgen und greifen zu „Hamsterkäufen“ – ein Discounter-Riese hat jetzt ein Zeichen gesetzt.

Coronavirus in Deutschland: SPD fordert Vermögensabgabe der Reichen

Update, 6.19 Uhr: Die SPD zieht zur Bewältigung der finanzpolitischen Folgen derCorona-Krise eine Vermögensabgabe in Erwägung. Eine einmalige Abgabe durch besonders

wohlhabende Bürger sei „eine der Möglichkeiten, die Staatsfinanzen nach der Krise wieder in Ordnung zu bringen“, sagte Parteichefin Saskia Esken der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwochausgaben).

Um die Folgen der Krise für den Staatshaushalt zu bewältigen, werde eine „faire Lastenverteilung“ gebraucht. Diese könne für die SPD aber nur so aussehen, „dass sich die starken Schultern in Deutschland auch stark beteiligen“, betonte Esken.

Eine Vermögensabgabe für Superreiche, um die Lasten der Corona-Krise besser zu verteilen, wird bereits von der Linkspartei gefordert. Vermögen ab einer Million Euro sollten mit einer einmaligen Abgabe von fünf Prozent belastet werden, hatte Parteichef Bernd Riexinger am Montag gesagt.

Coronavirus in Deutschland: Polizei rechnet mit Anstieg häuslicher Gewalt

Update vom 1. April, 5.25 Uhr: Die deutsche Polizei rechnet als Folge der Isolationsmaßnahmen in der Corona-Krise mit einer Zunahme der häuslichen Gewalt. Schon jetzt ließen Angaben von Frauenhäusern und Telefonnotdiensten darauf schließen, dass die Gewalt in Privathaushalten zunehme, sagte der Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Harald Schmidt, der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwochsausgabe).

Belastbare Zahlen zur häuslichen Gewalt lägen zwar aktuell noch nicht vor, führte der Experte aus. Jedoch gehe die Polizei davon aus, dass es durch die Isolation und Quarantäne zu mehr Gewaltfällen in Haushalten komme. Er verwies auf die „langjährige Erfahrung“ der Polizei während Weihnachten. An den Weihnachtsfeiertagen steige die häusliche Gewalt regelmäßig an, da Familien „mehr Zeit miteinander verbringen“.

Schmidt hob auch hervor, dass in der Corona-Krise „finanzielle Existenzängste“ in Familien wüchsen. Diese seien auch in normalen Zeiten häufig Grund für Gewalttaten im häuslichen Umfeld. Als weitere Stressfaktoren kämen derzeit die Ängste vor einer Corona-Infektion sowie das Fehlen von Kinderbetreuung und Rückzugsmöglichkeiten hinzu.

Coronavirus in Deutschland: „Millionen Tote“ – Seehofer rechtfertigt „Worst Case“-Prognose seines Ministeriums

20.10 Uhr: Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten in einer Telefonkonferenz eine Zwischenbilanz zu den bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ziehen. 

Dabei wird es unter anderem um die Frage gehen, ob die seit Montag vergangener Woche geltenden Kontaktbeschränkungen bundesweit verlängert werden sollen. Diese Maßnahmen waren zunächst auf zwei Wochen befristet. Bayern hat bereits erklärt, dass seine Ausgangsbeschränkungen bis zum 19. April gelten sollen.

Des Weiteren soll es in den Beratungen um die Frage gehen, inwieweit eine Tracking App eingesetzt werden könnte, um die Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen und so die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Kanzlerin und die Länderchefs wollen außerdem darüber sprechen, wie bundesweit ein Überblick über freie Betten in Intensivstationen eingerichtet werden kann.

Coronavirus in Deutschland: „Millionen Tote“ – Seehofer rechtfertigt „Worst Case“-Prognose seines Ministeriums

15.29 Uhr: Ein Papier aus dem Bundesgesundheitsministerium hat in der Corona-Krise für Aufsehen gesorgt. Darin war davon die Rede, dass es im schlimmsten Fall zu Todeszahlen in Millionenhöhe kommen könnte. Horst Seehofer verteidigte das Papier nun gegenüber der Bild„Das ist ein Worst-Case-Szenario für den Fall, dass keine Maßnahmen getroffen werden oder unzureichende Maßnahmen getroffen werden.“

Er begrüße es, dass seine Mitarbeiter auch Szenarien durchspielen würden, „die man nicht gerne hört, aber mit denen man sich beschäftigen muss“. Seehofer appellierte in diesem Zusammenhang noch einmal an die Bevölkerung, die eingeleiteten Maßnahmen wie das Kontaktverbot einzuhalten. Dann werde es bei einem Szenario bleiben.

Auch im Netz wird Seehofer für diese Prognose kritisiert. Dort werfen ihm manche „Panikmache“ vor.

#Seehofer spricht bei @BILD von möglichen „Millionen Toten“.

Das ist propagandistischer Unsinn und unverantwortliche Panikmache.

Derzeit ist von einer Mortalität von 0,1-0,5% auszugehen, bei 1% wäre das Worst Case <500.000, wahrscheinlicher sind <50.000@BMI_Bund #FakeNews

— Jan (@quadratschaedel) March 31, 2020

Coronavirus in Deutschland: Bundesländer verlängern Maßnahmen über Ostern

14.59 Uhr: Das Saarland hat seine Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus über Ostern hinaus bis zum 20. April verlängert. Damit zog das Bundesland im Vergleich zu anderen Ländern, wie Bayern, nach. In anderen Ländern waren sie bereits von vornherein bis zum Wochenende nach Ostern terminiert. Brandenburg zog nach und verlängerte seine Maßnahmen ebenfalls.

Und auch Berlin will seine Ausgangsbeschränkungen wohl verängern. Im Senat herrsche Einigkeit darüber, sagte Vize-Bürgermeister Klaus Lederer am Dienstag. Beschließen wird der Senat die Verlängerung wohl aber erst am Donnerstag.

Corona in Deutschland: Spahn lobt Krankenhäuser – 45 Prozent der Intensivbetten frei

14.17 Uhr: Gute Nachrichten in der Corona-Krise. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat darüber informiert, dass aktuell 45 Prozent der Intensivbetten in den Krankenhäusern frei seien. Das berichtet ntv. Die Betten stünden damit für Patienten mit schweren Corona-Krankheitsverläufen bereit. Spahn dankte den Kliniken für ihre Vorbereitungen. 

13.24 Uhr: Bundesinnenminister Horst 
Seehofer (CSU) hat im Interview mit der 
Bild an die deutsche Industrie appelliert, in der aktuellen Notlage an der Herstellung dringend 
benötigter 
Medizinprodukte mitzuwirken. Als Lehre aus der 
Corona-
Pandemie solle gesetzlich geregelt werden, dass Medikamente in Deutschland künftig stets in ausreichendem Umfang vorrätig sein müssten, erklärte der Innenminister.

Um fachfremde Firmen in die Produktion von Beatmungsgeräten, Schutzkitteln und Atemmasken einzubinden, brauche es auch kein Gesetz, fügte Seehofer hinzu, denn „soviel moralische Verantwortung ist in unserem Land schon da“. Auf die Frage, ob ein solcher Appell an die Industrie nicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen solle, antwortete Seehofer: „Die Bundeskanzlerin lässt sich von mir nicht vorschreiben, welche Reden sie zu halten hat.“

Auf die Frage, welche weiteren Maßnahmen perspektivisch notwendig werden könnten, um eine Überforderung des Gesundheitssystems in der Corona-Krise zu vermeiden, sagte er, denkbar seien zusätzliche Einreisebeschränkungen. Eine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum sei aktuell nicht angezeigt, da es erst einmal darum gehen müsse, medizinisches Personal und die Polizei ausreichend damit auszustatten.

Eine wissenschaftliche Studie hat sich nun damit befasst zu welchem Zeitpunkt der Höhepunkt und womöglich ein Ende der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht sein könnte. 

Corona in Deutschland: RKI-Chef verärgert über Corona-Leugner

11.12 Uhr: Der RKI-Präsident Lothar Wieler ärgerte sich in seinem Presse-Statement am Dienstag auch über CoronaLeugner, also Menschen, die das Virus nach wie vor nicht ernst genug nehmen würden.

Viele würden die aktuelle Situation immer noch als Medienhype abtun: „Das ist bedauerlich“, so Wieler. Laut einer Studie würden aktuell 41 Prozent das Virus für gefährlich halten. Wieler sagte, je mehr Menschen Covid-19 als ernste Gefahr einstufen würden, desto besser. Zudem verweist der RKI-Chef darauf, dass vor allem ältere Menschen und Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten würden, das Coronavirus als größere Gefahr sehen würden.

Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut informiert über den aktuellen Stand in der Corona-Krise.

© dpa / Bernd von Jutrczenka

Andere Zahlen sind ebenfalls alarmierend: Demnach wüssten zwar 89 Prozent der Deutschen, dass sie daheim bleiben sollen, doch nur 77 Prozent hielten sich daran. Darüber hinaus würden 89 Prozent der Umfrageteilnehmer wissen, dass man sich bei Symptomen in Quarantäne begeben muss – aber nur 63 Prozent würden das dann auch tun

Coronavirus in Deutschland: Neue Zahlen für Deutschland – viele sterben an Herzmuskelentzündungen

10.33 Uhr: Lothar Wieler gab nicht nur Aufschluss über die aktuellen Zahlen in Deutschland. Er informierte auch über den aktuellen Forschungsstand zum Coronavirus. Dabei nannte er zwei bemerkenswerte Details. 

Einerseits wisse man aktuell nicht, wie lange die Immunität nach einer Erkrankung halte. Wie viele Menschen eventuell bereits krank waren und nur einen leichten Verlauf erlebt haben, könnte man mit Antikörpertests herausfinden. Man plane hierzu aktuell Studien, die auch in puncto Immunität Aufschluss geben sollen.

Daneben nannte Wieler ein neues Detail: Demnach schadet das Coronavirus nicht nur der Lunge, sondern auch dem Herzen. Bei vielen Erkrankten gebe es Herzmuskelentzündungen, so Wieler. Demnach sind 25 Prozent der in Italien verstorbenen Personen letztlich wegen des Herzens verstorben und nicht wegen Schäden an der Lunge. Genauere Informationen hierzu nannte Wieler allerdings nicht.

Markus Söder informiert ebenfalls am Mittwoch über die neuenPläne wegen des Coronavirus in Bayern.

Corona in Deutschland: RKI informiert über aktuelle Zahlen – jüngstes Todesopfer 28 Jahre alt

10.01 Uhr: In einer Pressekonferenz informiert Lothar Wieler, Präsident vom Robert KochInstitut über die aktuelle Lage der CoronavirusPandemie in Deutschland. Er nannte zunächst einige aktuelle Zahlen. Demnach sind dem RKI von den Gesundheitsämtern 61.913 Fälle übermittelt worden (Stand 31. März, 0 Uhr). Die Fallzahlen steigen demnach wie erwartet weiter. Im Vergleich zum Vortag gibt es ein Plus an Infizierten von 4.615. Demnach sind die Infizierten im Durchschnitt 47 Jahre alt. Der Anteil von Männern unter den Infizierten liegt bei 52 %. Zudem verwies Wieler darauf, dass in der vergangenen WOche 350.000 Tests durchgeführt worden seien.

Weiterhin gibt es nach RKI-Informationen in Deutschland 583 Todesfälle durch das Virus. Das sind ganze 128 mehr als am Vortag. Das Durchschnittsalter der betroffenen Personen liege demnach bei etwa 80 Jahren. Wieler erklärt weiter, dass die Infektion jeden treffen könne. Auch wenn das Risiko schwer zu erkranken mit dem Alter und Vorerkrankungen steige, könne das Virus für jedem gefährlich werden. So sei das jüngste in Deutschland verstorbene Opfer in Deutschland 28 Jahre alt gewesen. Die Frau habe jedoch an Vorerkrankungen gelitten.

Es gibt nach Wieler aber auch gute Nachrichten: So seien mindestens 16.000 Menschen nach einer Erkrankung wieder genesen.

#CoronaVirusDE : Pressekonferenz des #RKI mit @RKI_de – Präsident Lothar H. Wieler https://t.co/d6QwchzP9Z

— phoenix (@phoenix_de) March 31, 2020

Corona in Deutschland: RKI informiert – Mundschutz kann helfen

Wieler erklärt weiter, dass die Bevölkerung in Deutschland die Gefahr durch das Virus mittlerweile ernster nehme, als noch vor zwei Wochen. Bei einer Befragung hätten 90 Prozent der Befragten erklärt, zu wissen, dass bei Erkältungssymptomen das Haus nicht verlassen werden sollte. Doch nur 77 Prozent würden diese Quarantäne dann auch einhalten. „Mein Optimismus ist begründet und da und ich gehe davon aus, dass wir bis Ostern sehen werden, wie der Trend verläuft“, erklärt Wieler weiter. 

Die Sterblichkeitsrate liege in Deutschland mittlerweile bei 0,8 Prozent. Der Grund für die niedrige Rate liege darin, dass in Deutschland viel getestet werde. Wieler gehe jedoch davon aus, dass die sich Sterberate auch in Deutschland erhöhen werde. Könnte eine Mundschutz-Pflicht aus wissenschaftlicher Sicht die Verbreitung eindämmen? Wie Wieler erklärt, könnte das Tragen dieser nützlich sein. „Auch ein selbstgebauter Mund und Nasen-Schutz hält Tröpfchen ab“, so der Präsident des RKI.

Corona in Deutschland: 19 Todesopfer in Pflegeheimen in Niedersachsen

Update vom 31. März, 8.52 Uhr: Die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in niedersächsischen Senioren- und Pflegeheimen nimmt weiter zu. In einer Einrichtung in Gadenstedt bei Peine steckten sich 13 der etwa 90 Bewohner sowie drei Beschäftigte mit dem Erreger an, wie ein Sprecher des Landkreises der „Peiner Allgemeinen Zeitung“ sagte. Weitere Tests seien dort geplant. Zwölf der Infizierten würden isoliert betreut, eine betroffene Person sei zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden.

In anderen Heimen in Niedersachsen war es bereits zu Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen gekommen. In Wolfsburg starben 17 Menschen nach einer Coronavirus-Infektion, auch in Wildeshausen gibt es zwei Tote. Das Land Niedersachsen hat einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet. Ausnahmen gibt es nur, wenn eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner gesichert ist.

In Österreich wurde eine Schutzmasken-Pflicht in Supermärkten verordnet. Auch in Jena soll es eine ähnliche Pflicht geben. Gibt es bald eine Masken-Pflicht in ganz Deutschland?

Coronavirus in Deutschland: Lindner plädiert für Apps 

Update vom 31. März, 5.30 Uhr: FDP-Partei- und Fraktionschef Christian Lindner plädiert für den verstärkten Einsatz digitaler Technik bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus. Ein erfolgversprechender Ansatz seien Apps, die die Bürger freiwillig installierten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn jemand positiv auf das Virus getestet wurde, informierten solche Apps Personen, mit denen der Betroffene eine gewisse Zeit lang nah zusammen gewesen sei. Dies könne mittels Bluetooth-Technologie geschehen, ohne dass zentral Bewegungsprofile gespeichert würden.

Corona in Deutschland: Apps für mehr Gesundheitsschutz

Datenschutz und Gesundheitsschutz sind kein Widerspruch“, sagte Lindner. „Statt auf mehr Überwachung sollten wir vielmehr auf die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger setzen.“ Länder wie Singapur, zeigten, dass solche Apps funktionieren könnten, ohne dass eine staatliche Stelle personenbezogene Daten über ihre Bürger sammele. 

Eine Absage erteilte der FDP-Politiker Überlegungen in der Bundesregierung, zusätzliche Befugnisse zum Zugriff auf die Mobilfunkdaten der Bürger zu gewähren. Dies greife unverhältnismäßig in die Freiheit der Bürger ein.

In Ialien sterben unterdessen so viele Menschen am Coronavirus wie in keinem anderen Land. Warum das so ist, erklären wir hier.*

Das Coronavirus greift in Niedersachsen weiter um sich, die Zahl der Infizierten in Pflege-Einrichtungen steigt weiter an. 

Corona Deutschland: Erste Stadt erlässt Mundschutzpflicht

Update vom 30. März 2020, 22.40 Uhr: Als erste deutsche Stadt führt Jena eine Mundschutzpflicht in Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr ein. Das berichtet die Ostthüringer Zeitung und beruft sich dabei auf die Stadtverwaltung. „Neben Masken werden auch Tücher oder Schals als Schutz anerkannt. Diese müssen aber auch die Nase und den Mund abdecken“, hieß es. Ab kommender Woche soll der Erlass gelten. Die Stadt bittet die Bewohner, sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasen-Schutz zu nähen, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. 

Bis Montagabend sind in Deutschland 62.526 Covid-19-Infektionen registriert worden. Weiter sind Bayern mit 14.437 Infizierten und 133 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 14.442 Infizierten sowie 130 Toten deutschlandweit die Corona-Epizentren. Hamburg verzeichnet weiterhin die meisten Pro-Kopf-Infektionen mit 120,3 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner. 

Der Auswertung der Deutschen Presse-Agentur zufolge sind mindestens 560 mit dem Coronavirus Infizierte bislang bundesweit gestorben. Auch im Ausland sind bereits mehrere Deutsche infolge von Covid-19 verstorben. Gute Nachrichten gibt es allerdings über die deutschen Touristen, die auf dem Kreuzfahrtschiff „Artania“vor Australien festsaßen. 

Coronavirus in Deutschland: Rückholaktion aus Australien ist erfolgreich verlaufen

Die allermeisten der insgesamt 800 – überwiegend deutschen –  Passagiere sind zurück in die Bundesrepublik geflogen worden. Vier Flugzeuge seien für die Rückholaktion eingesetzt worden, sagte eine Sprecherin des Bonner Reiseveranstalters Phoenix am Montag. Alle seien im Laufe des Tages in Frankfurt gelandet. Die Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, blieben allerdings in Australien. Nach Angaben des Reiseveranstalters waren das insgesamt 36 – 23 Passagiere und 13 Crewmitglieder. Sie seien nun in Australien in Quarantäne

Unterdessen ist das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ nach zweimonatiger Pause trotz der Corona-Krise wieder im Einsatz. Die spanischen Behörden hätten grünes Licht zum Auslaufen gegeben und mittlerweile habe das Schiff internationale Gewässer erreicht, teilte die Organisation Sea Eye am Montagabend mit. Dass das Schiff mitten in der Corona-Pandemie in See sticht, erklärte Gorden Isler, der Vorsitzende der Organisation: „Sea-Eye wurde gegründet, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Jedes Leben besitzt einen unschätzbaren Wert. Kein Menschenleben ist entbehrlich oder weniger wertvoll.“ Jedoch könnte es inmitten der Pandemie sehr schwer werden, einen sicheren Hafen zugeteilt zu bekommen, falls die „Alan Kurdi“ Menschen an Bord nimmt. Sea-Eye stehe deshalb in engem Kontakt mit den deutschen Behörden, so Isler.

Coronavirus in Deutschland: Drosten prognostiziert steigende Fallsterblichkeit

Update vom 30. März 2020, 20.03 Uhr: Aus Sicht des Virologen Prof. Christian Drosten markieren die Coronavirus-Fälle in deutschen Pflegeheimen eine neue Phase in der Epidemie, die auch mit mehr gemeldeten Todesfällen einhergeht. „Wir sehen jetzt in diesen Tagen die Eintragungen zum Beispiel in Seniorenpflegeheime und haben hier dann den Beginn einer neuen Entwicklung“, sagte Drosten in seinem NDR-Podcast am Montag.

Deutschland habe bisher auch ein bisschen Glück gehabt: Zunächst hätten sich vor allem jüngere, sportliche Leute wie Skifahrer infiziert, die das Virus aus dem Urlaub eingeschleppt und es in ihren ungefähr gleichaltrigen Netzwerken verbreitet hätten. Zum größten Teil erlebten diese Menschen milde Krankheitsverläufe. 

Nun aber werde man wegen mehrerer gleichzeitiger Effekte zwangsläufig ein Ansteigen der berichteten Fallsterblichkeit sehen, prognostizierte Drosten. Das wäre jetzt schon in der Statistik sichtbar: Sie liege nicht mehr bei 0,2 bis 0,4, sondern im Bereich 0,8 Prozent. Das liege daran, dass andere Altersgruppen als bislang vom Coronavirus betroffen seien. 

Coronavirus in Deutschland: Drosten rechnet nicht mit weitere Ausweitung der Testkapazität

Dazu komme, dass man bei der Diagnostik nicht mehr einer exponentiellen Entwicklung hinterherkommen könne: „Ich glaube nicht, dass wir unsere jetzige Testkapazität realistischerweise noch deutlich steigern können“, vermutete Drosten mit Blick auf PCR-Tests. Davon könnten derzeit mehr als eine halbe Million pro Woche in der Bundesrepublik durchgeführt werden. Der Experte sei aber unsicher, wie lange die Industrie dem großen Bedarf an Laborreagenzien noch nachkommen könne, so der Charité-Virologe.

Während Drosten vor einer neuen Phase der Corona-Epidemie in Deutschland warnt, hat auch eine Gruppe von US-Forschern eine beunruhigende Behauptung aufgestellt: Ihrer Studie zufolge sollen Coronaviren sich länger in der Luft aufhalten und außerdem weitere Distanzen überbrücken können, als bisher angenommen. Deshalb gaben die Forscher nun eine Empfehlung, die von den Leitlinien der Bundesregierung abweicht. Ein anderer Virologe macht unterdessen Hoffnung. Er ist überzeugt davon, dass es spätestens im Herbst ein wirksames Mittel gegen Corona geben wird.

In China hat sich die Corona-Lage bereits ohne Heilmittel offenbar einigermaßen entspannt – schon seit Tagen registriert die Volksrepublik nur noch sehr wenige neue Covid-19-Infektionen. Doch nun werden Zweifel an den gemeldeten Zahlen laut.

Coronavirus in Deutschland: Merkel negativ getestet – Ärztekammer empfiehlt Lockerung des Kontaktverbots für Genesene

Update vom 30. März 2020, 19.38 Uhr: Zwar steigt die Coronavirus-Infizierten-Zahl in Deutschland weiter an, doch zumindest Bundeskanzlerin Angela Merkel kann immer mehr aufatmen: Auch bei ihrem dritten Test auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit, ergänzte jedoch: „Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen.“

Am 22. März hatte sich Merkel in häusliche Quarantäne begeben, nachdem sie darüber informiert worden war, dass sie zwei Tage zuvor mit einem Arzt Kontakt hatte, der danach positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft. 

Die Bundesärztekammer gab unterdessen eine Empfehlung für Menschen, die eine Corona-Ansteckung schon überwunden haben. Für sie sollte die Kontaktsperre nach Auffassung des Gremiums gelockert werden. Dafür wäre es gut, möglichst viele Bundesbürger auf Antikörper zu testen. „Alle, die immun sind, weil sie die Infektion schon hinter sich haben, könnten dann wieder zur Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, erklärte Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Diese Menschen wären die ersten, die ins Normalleben entlassen werden könnten.“ Der große Vorteil sei, dass sie weder gefährdet seien, noch andere gefährden würden. 

Coronavirus in Deutschland: Bayern und NRW haben die höchsten Fallzahlen

Update vom 30. März 2020, 19.14 Uhr: Wie aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, sind in Deutschland bis Montagnachmittag 61.296 Covid-19-Infektionen registriert worden. Bei ihrer Auswertung berücksichtigt die dpa die gemeldeten Zahlen der Bundesregierung. Besonders hohe Zahlen verzeichnen demzufolge Bayern mit 14.437 nachgewiesenen Fällen und 133 Toten, sowie Nordrhein-Westfalen mit mindestens 14.219 Fällen und 125 Toten. 

Auf 100.000 Einwohner gerechnet verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 die meisten Infektionen. Im Bundesdurchschnitt waren es 73,7. Den Angaben zufolge sind mindestens 512 mit Sars-CoV-2 Infizierte bislang bundesweit gestorben. In den Kliniken in Deutschland werden derzeit etwa 7000 Menschen mit Covid-19-Erkrankung behandelt. Davon liegen 1500 auf Intensivstationen, etwa 1100 müssen beatmet werden. Das ergab eine Nachfrage der dpa bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Die Zahl der Beatmungsplätze wurde von 20.000 auf 30.000 gesteigert.

Da auch die Corona-Zahlen in Österreich alarmierend sind, hat der dortige Bundeskanzler Sebastian Kurz eine Mundschutz-Pflicht beim Einkaufen angekündigt. Ab Mittwoch würden die Supermärkte voraussichtlich mit der Verteilung von Masken an den Eingängen beginnen. Hierzulande hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas nun ebenfalls offen für eine Mundschutz-Pflicht etwa beim Einkaufen wie in Österreich gezeigt. 

Coronavirus in Deutschland: Maas zeigt sich offen für Mundschutz-Pflicht

„Wenn es Sinn macht, sollte man so etwas nicht ausschließen“, sagte er am Montag in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Dann müsse aber auch sichergestellt sein, dass die Masken geeignet sind, einen selbst oder andere zu schützen, betonte Maas. „Es nützt nichts, sich irgendetwas ins Gesicht zu hängen, was überhaupt keine Schutzwirkung entfaltet“, mahnte er. 

Coronavirus in Deutschland: Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp in Altersheimen

Update vom 30. März 2020, 14.33 Uhr: Die Landesregierung Niedersachsen informierte nun in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in Niedersachsen. 

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind zwei weitere Menschen gestorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Damit steigt die Zahl der Opfer in dem Alters- und Pflegeheim für Demenzkranke auf 17.

Wie Carola Reimann, Gesundheitsministerin aus Niedersachsen, nun erklärt, sei das Verhalten einiger Personen in Niedersachsen unverantwortlich gewesen. Demnach sei es mehrfach vorgekommen, dass Angehörige ihre Lieben aus verschiedenen Heimen im gesamten Bundesland „für einen Kaffee“ herausgeholt hätten. Obwohl bereits ein Besuchsverbot gegolten hätte. 

Dieses Besuchsverbot solle unter allen Umständen eingehalten werden. Wie das Virus in das besonders stark betroffene Heim eingeschleppt wurde, ist nicht bekannt. Das Klinikum Wolfsburg könne keine weiteren Patienten mehr aufnehmen, die Notaufnahme sei mittlerweile geschlossen. 

Aus diesem Grund werde es nun ein Aufnahmestopp in allen Altersheimen in Niedersachsen geben. Nur Pflegeheime, die eine Quarantäne für neue Bewohner gewährleisten könnten, seien ausgenommen. 

„Wer jetzt schon falsche Hoffnungen auf Lockerungen nährt, der handelt fahrlässig“, erklärt Reimann. Demnach sei eine Lockerung der Maßnahmen vorerst nicht absehbar, berichtet unter anderem auch Kreiszeitung.de*. 

Coronavirus in Deutschland: 40 Infizierte in Pflegeheim in Wolfsburg – Rechtsanwalt reagiert drastisch 

Ursprungsmeldung vom 30. März 2020: Wolfsburg – 15 Todesopfer forderte Covid-19 bereits in einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg, nun kämpft ein weiteres Pflegeheim in Niedersachsen mit Coronavirus-Infektionen. Ein Rechtsanwalt reagiert währenddessen mit einer drastischen Anzeige. 

Coronavirus in Deutschland: Weiteres Pflegeheim in Niedersachsen betroffen 

Tests hätten bestätigt, dass 23 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 17 Mitarbeiter eines Altenheims in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert seien, teilte der Landkreis mit. 

Das Gesundheitsamt habe demnach alle 51 Bewohner und 44 Mitarbeiter getestet, nachdem ein 89-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen und Coronavirus-Infektion gestorben sei. Bei allen Erkrankten in der Seniorenresidenz seien bislang milde Verläufe festgestellt worden.

Coronavirus in Deutschland: Mitarbeiter und Bewohner in Pflegeheim infiziert

Das Ausmaß der Erkrankungen deute darauf hin, dass das Virus nicht erst vor kurzem in das Heim eingeschleppt worden sei, teilte der Landkreis mit. 

Die infizierten Bewohner werden aus diesem Grund von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeitern versorgt. Die negativ getesteten Bewohner, die in Einzelzimmern untergebracht sind, würden von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt. 

„Es ist eine fürchterliche Entwicklung“, betonte Carsten Harings, Landrat des Landkreises Oldenburg. Dies zeige, „auf brutale Weise“, wie wichtig die Beschränkungen wie Betretungsverbot oder auch Kontaktverbote seien.

Coronavirus in Deutschland: Rechtsanwalt mit drastischer Reaktion 

Ein Wolfsburger Anwalt habe nun Anzeige wegen fahrlässiger Tötung gestellt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Montag. Sie bestätigte den Eingang der Anzeige, diese gehe nun an den zuständigen Staatsanwalt und werde geprüft. Nach einem Bericht der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ richtet sich die Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Diakonie Wolfsburg wegen fahrlässiger Tötung in zwölf Fällen. Die Diakonie war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Rechtsanwalt berief sich dem Bericht zufolge auf Hinweise von Diakonie-Beschäftigten über Missstände in Pflegeheimen. Er erhob schwere Vorwürfe gegen die Diakonie, dort herrschen seiner Meinung nach „katastrophale hygienische Zustände“. 

Das Pflegepersonal verfüge zudem über keine Schutzmasken, um Bewohner und sich selbst zu schützen. Der Besucherstopp in den Heimen sei zu spät gekommen, so der Vorwurf. Von den etwa 165 Bewohnern des Hanns-Lilje-Heims waren am Samstag laut Gesundheitsamt 72 infiziert.

Deutschland könnte dem Beispiel anderer Länder folgen und eine Handydaten-Überwachung durchsetzen – ein Virologe warnt davor. Wie merkur.de* berichtet, muss ein Krankenhaus in München  wegen mehrerer Infektionsfälle unter Patienten und Personal unter Quarantäne gestellt werden.

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Rubriklistenbild: © AFP / KAZUHIRO NOGI

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