Bandscheibe: Ich bin ein Vorfall

Bandscheibe: Ich bin ein Vorfall

„Gleich werden Sie den Einstich spüren.“
© [M] Opti2000 für ZEIT ONLINE; Bildmaterial: GettyImages

Wortkarge Ärzte, rumpelige Pfleger, verwirrte Bettnachbarin: Unsere Autorin kam als Schmerzpatientin ins Krankenhaus. Jetzt weiß sie, was Klinikalltag bedeutet. Leider.

Ich stehe am Fenster und schaue auf die Silhouette der Stadt. Es ist kalt, die untergehende Sonne färbt alles blutrot. Sonntag. Ein Tag zum Kuchenessen. Oder einer, um bei einem Ausflug seinem kalten Atem hinterherzuschauen. Und ich stehe hier, unbewegt, während hoch dosiertes Schmerzmittel durch einen dünnen Schlauch in meine Armbeuge fließt. Ich bin Notfallpatientin in einer orthopädischen Klinik, Verdacht auf Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. Mein Nacken ist hart wie ein Zementblock, meinen rechten Arm durchzieht seit Tagen ein unerträglicher, dumpfer Nervenschmerz und meine Haut am Daumen fühlt sich seltsam an. Ich habe drei Tage nicht geschlafen, keine gängigen Schmerzmittel haben geholfen. Ich bin nicht zimperlich. Aber ich bin bereit, mich erschießen zu lassen. Das habe ich dem Notarzt gesagt.

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